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Medikamenten-Einnahme2018-05-22T14:49:55+00:00

Einnahme von Medikamenten

Tabletten, Kapseln oder Dragees sind die gängigsten Darreichungsformen von Medikamenten. Als Patient mit einer Schluckstörung haben Sie jedoch unter Umständen große Schwierigkeiten mit der Einnahme von Kapseln oder Tabletten. Dies ist  ein Hauptgrund für fehlende Therapietreue bei bis zu 75% der Senioren mit Schluckbeschwerden (1.)

Das Mörsern von Tabletten, das Öffnen von Kapseln oder gar der völlige Verzicht auf die Arzneimittel sind in diesen Fällen gängige Vorgehensweisen. Jedoch bergen auch gemörserte Tabletten ein erhöhtes Aspirationsrisiko.

Risiken durch Veränderungen von Medikamenten

Viele Tabletten eignen sich jedoch grundsätzlich nicht zum Zerkleinern, zum Beispiel wegen des Lichtschutzes oder wegen der Freisetzung von Arzneimittelbestandteilen und damit einhergehenden Veränderungen. Bei künstlicher Ernährung und Verabreichung von Medikamenten über den Magen-Darm-Trakt sind weitere Aspekte zu berücksichtigen, z.B. die unterschiedliche Löslichkeit der Arzneimittel. So dürfen manche Arzneimittel nicht über eine Magen-Sonde verabreicht werden oder dies nur unter entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen (1).

Lösungen zum Einnehmen als alternative Darreichungsform

Wenn es Ihnen selbst schon passiert ist, dass Sie Ihre Tabletten nicht schlucken konnten, sprechen Sie doch mit Ihrem zuständigen Arzt oder Apotheker, ob es nicht alternative Darreichungsformen für Sie gibt.

Für eine ganze Reihe von Arzneimitteln gibt es bereits flüssige Alternativen in Form von Säften, Lösungen oder Suspensionen.

Insbesondere bei Dysphagie-Patienten sind Lösungen zum Einnehmen eine sehr gute alternative Darreichungsform. Durch diese Art der Medikamentenaufnahme wird die Therapietreue verbessert und die Einnahme kleiner Mengen (5-10 ml) reduziert die gefürchteten Lungenentzündungen durch Aspiration.

Quelle: 1 Hanke F, Rittig T, Simonis D, Mohra A et al: Konsensuspapier – Bedarfsgerechte Medikation bei neurologischen und geriatrischen Dysphagie-Patienten. MMW-Fortschr. Med. Originalien, 2014, II, 64-71.