Beeinträchtigung beim Schlucken

Wenn Ihnen Essen und Trinken Schwierigkeiten bereitet, kann es sein, dass Sie die Nahrungsaufnahme verringern oder teilweise sogar vermeiden. Ein solches Vermeidungsverhalten kann zu weiteren Schwierigkeiten führen. Zuerst tritt in der Regel ein Flüssigkeitsverlust auf und es kommt in der Folge zur Austrocknung und zum Gewichtsverlust. Dies wiederum kann eine Mangelernährung bedingen, das heißt, es werden zu wenig Eiweiß und Kalorien zugeführt. Dadurch kann das Immunsystem geschwächt sein und das allgemeine Infektionsrisiko steigt.

Schwerwiegendste Komplikation: Lungenentzündung

Eine Schluckstörung kann dafür verantwortlich sein, dass Speichel, Nahrung und/oder Flüssigkeit in die Atemwege und in die Lunge gelangen statt in den Magen. Dieses Verschlucken in die Lunge wird auch als “Aspiration” bezeichnet. Die Aspiration kann vor, während und nach dem Schlucken auftreten.

Lebensbedrohliche Folgen können insbesondere Erstickungsanfälle mit Atemnot und/oder eine Lungenentzündung sein. Eine besondere Komplikation stellt die „stille Aspiration“ dar. In diesen Fällen bleibt das Husten, Verschlucken oder Würgen aus und die Schluckstörung wird häufig gar nicht als solche erkannt. Diese Form der Aspiration birgt ein 6-fach erhöhtes Risiko einer Lungenentzündung (1).

Schaubild Schluckbeschwerden

Aspiration: Bei einer Aspiration gelangt während des Schluckvorgangs versehentlich Nahrung in die Luftröhre und die Atemwege. Ursache ist meist ein mangelnder oder fehlender Kehlkopfverschluss.

Bei der Entwicklung einer Lungenentzündung spielt die Mundhygiene eine große Rolle. Schlechte Mund- und Zahnpflege führen zu einer Zunahme von Keimen in Ihrem Mund und Speichel. Beim Verschlucken von Nahrung in die Lunge gelangen diese Keime direkt dorthin und als Folge kann sich eine Lungenentzündung entwickeln.

Wenn der Verdacht auf eine Aspiration bei Ihnen selbst oder bei einem Ihrer Angehörigen besteht, sollte unbedingt eine ärztliche Untersuchung und entsprechende medizinische Abklärung erfolgen, um weitere unter Umständen lebensbedrohliche Komplikationen zu vermeiden.

 

Kurzer Filmbericht über zwei Patienten mit Schluckstörungen

Quelle: Seidel S, Stanschuss S. (Hrsg.): Dysphagie – Diagnostik und Therapie, 1. Auflage, Idstein, Schulz-Kirchner-Verlag 2009, Kapitel 9.