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Ernährung2018-05-22T14:57:59+00:00

Ernährung

Als Patient mit einer Schluckstörung ist Essen für Sie mit höchster Konzentration verbunden. Die richtige Kopf- und Körperhaltung hilft Ihnen oftmals schon beim Essen. Daher sollten Sie auf Folgendes achten (1):

  • Ihre Sitzhaltung ist insgesamt möglichst aufrecht

  • Der Oberkörper ist aufgerichtet

  • Der Rücken ist angelehnt (evtl. mit einem Kissen im Rückenbereich)

  • Der Nacken ist gestreckt

  • Die Arme liegen angewinkelt auf dem Tisch

  • Der Kopf ist leicht nach vorne gebeugt und das Kinn nach unten gesenkt

Diätetische Maßnahmen

Ihre Nahrung sollte Ihrem Schluckvermögen angepasst werden, sodass Sie sicher schlucken können, ausreichend mit Nährstoffen versorgt werden und eine Aspiration vermieden wird.

Mit der geeigneten Nahrungsmittelauswahl fängt es dabei an: nehmen Sie keine Mahlzeiten mit Körnern, Fasern, Krusten, Kernen und Schalen sowie zu trockene, krümelige, klebrige oder zu glatte Kost zu sich. Gemischte Mahlzeiten (z.B. Nudelsuppe) sind ebenfalls zu vermeiden. Bevorzugen Sie Nahrungsmittel, die Ihnen Widerstand beim Abbeißen bieten bzw. feste Kost mit Kauanreizen.

Kost bei Kau- und Schluckproblemen:

Gut geeignet (bietet Kaureiz)

Fleisch
Geflügel, feine Bratwurst, Würstchen, Leber, Leberkäse, Frikasseezubereitung


Wurst
Sehr fein geschnittene Wurst ohne stückige Zusätze, Frischwurst, Pastete, Tee-, Leberwurst


Fisch
Kochfische mit weichem Fleisch, Schollenfilet (Grätenkontrolle!)


Käse
Alle Sorten, bis auf Schmelzkäse und mit Nussstücken oder grobem Pfeffer versetzten Käse


Eier
Frisch zubereitetes und feuchtes Rührei


Süßspeisen
Cremes, Fruchtmus, glatter Pudding, Eis, Gelee


Vegetarisches
Tofu (Sojaquark)


Getreideprodukte, Nährmittel
Toastbrot, Graubrot ohne Rinde, abgelagertes Weißbrot, Löffelbiskuits, Butterkekse, gut ausgequollene Nudeln, Grieß, Schmelzflocken


Kartoffeln
Salzkartoffeln, Püree


Gemüse
Kohlrabi, Möhren, Blumenkohl, Spinat, Sellerie, Gurkenfleisch ohne Kerne, Tomatenfleisch ohne Kerne, Schwarzwurzeln, Zucchini, Wirsing, Avocado


Obst
Roh: Apfel, Birne, Pfirsich ohne Haut, Nektarine, Kompott: Aprikosen


Milch und Milchprodukte
Milch, Buttermilch, Milchmix, Kefir, Joghurt und Quarkspeisen mit den geeigneten Obstsorten, fein verrührt ohne Stückchen


Getränke
Milchmixe, Obst- und Gemüsesäfte, Milch, Buttermilch, Kefir, Fruchtsäfte


Gewürze
Süß-säuerlich, salzig

Geeignet nach Austestung (bietet Kaureiz)

Fleisch
Kalbfleisch, Schweinefleisch, Rindfleisch


Wurst
Schinken (gekocht), Bratenaufschnitt, Putenfleisch


Fisch
Mehlierte Bratfische mit weichem Fleisch, Matjesfilet


Käse
Schmelzkäse (klebt am Gaumen)


Eier
Weichgekochte Eier, Spiegeleier ohne Bräune


Süßspeisen
Honig, Marmelade aus den geeigneten Obstsorten


Getreideprodukte, Nährmittel
Schwarzbrot ohne Schrot, ohne Körner, Biskuittorte mit Sahne oder Zitronenquarkcreme, sehr gut ausgequollener Milchreis, weiche Nudeln


Kartoffeln
Kartoffelschnee, Klöße, Gnocchi


Gemüse
Weißkohl ohne Strünke, Paprika, Pilze, Blattsalate, Rosenkohl, Brokkoli, Rote Bete


Obst
Roh: Kiwi, Melone ohne Kerne, Banane


Getränke
Kohlensäurearmes Mineralwasser, Kaffee, Tee

Ungeeignet (krümelig, faserig, Mischkonsistenzen)

Fleisch
Trockenes Fleisch (Wild), zähes Fleisch (Rind), krümelige Zubereitung, scharf Gebratenes, Paniertes, Hühnerfrikassee


Wurst
Wurst mit stückigen Zusätzen (Pistazien, Fett- oder Fleischstückchen, grob vermahlene Leber- oder Teewurst, Sülze, Corned Beef)


Fisch
Trockenes Fischfleisch, Lengfisch, Fische, die mit Haut und Gräten verzehrt werden (Sprotten, Sardinen), panierte Fertigfische


Käse
Käse mit Nussstücken oder grobem Pfeffer, Kräuterquarkzubereitungen


Eier
Hartgekochte Eier, kross gebratenes Spiegelei, trockenes Rührei


Süßspeisen
Nussnugatcreme, Pralinees, Grütze


Vegetarisches
Texturiertes Soja als Würfel oder Krümel (Sojafleisch, Gulasch- oder Bolognese-Ersatz)


Getreideprodukte, Nährmittel
Alle Produkte mit Körnern und mit hohem Schalenanteil, Reis, Sago, kernige Haferflocken, kleine Faden- oder Sternchennudeln (Suppeneinlage), frisches Weißbrot, Kuchen mit Nüssen, Rosinen


Kartoffeln
Bratkartoffeln, Klöße mit Croutons, Pommes frites, Kartoffel-Chips


Gemüse
Faserige Gemüse: Spargel, Porree, Brechbohnen, Rhabarber, Hülsenfrüchte mit Schalensplittern: Erbsen, Bohnen, Linsen, Mais, Küchenkräuter, Sauerkraut, Rotkohl, Grünkohl, Rettich


Obst
Faserige Sorten: Ananas, Zitrusfrüchte, Beeren mit Kernen, Zwetschgen, Mirabellen, Reineclauden, Stachelbeeren, Weintrauben


Milch und Milchprodukte
Joghurt und Quarkspeisen mit ungeeigneten Obstsorten, Kräuterquark


Getränke
Kohlensäurehaltige Getränke, alkoholische Getränke


Gewürze
Scharf, bitter

Wenn es für Sie schwierig ist, feste Nahrung zu essen, muss die Beschaffenheit der Lebensmittel so geändert werden, dass Sie sie sicher schlucken können. Dazu sollte die Kost zerkleinert, zerdrückt, püriert oder sogar gesiebt/passiert werden.

Da Flüssigkeiten zu schnell fließen, sich im Mund schlecht kontrollieren lassen und vorzeitig in den Rachen abgleiten, sollten Getränke eine nektar- bis puddingartige Konsistenz aufweisen. Flüssigkeiten müssen mit entsprechenden Andickungsmitteln angedickt werden. Sonst könnte es passieren, dass Flüssigkeiten nur allzu leicht in Ihre Atemwege und Ihre Lunge gelangen.

Ein appetitliches Aussehen sowie ein angenehmer Geruch fördern Ihre Speichelbildung. Auch säuerliches, z.B. mit Zitronensaft versetztes Essen, regt die Speichelbildung an und löst Ihren Schluckreflex aus.
Die Temperatur des Essen spielt ebenfalls eine Rolle: kühle und sehr warme Speisen können leichter geschluckt werden als lauwarme.

Zudem sollten Sie auf die richtige Schluckmenge achten: ein Volumen, das in etwa einem gehäuften Teelöffel entspricht (ca. 5 ml) lässt sich am besten schlucken.

  • Ihre Nahrung sollte gut gleitfähig sein

  • Gegebenenfalls sollte die Nahrung fein püriert sein

  • Flüssigkeiten sollten mit einem Andickungsmittel versetzt werden

  • Essgewohnheiten sollten geändert, bestimmte Nahrungskonsistenzen vermieden werden
  • Essen Sie in ruhiger Umgebung (möglichst nicht vor laufendem Fernseher)
  • Lassen Sie sich ausreichend Zeit zum Essen

  • Achten Sie darauf, dass Sie ausreichend oft nachschlucken

  • Stellen Sie eine gute Zahn- und Mundpflege sicher

Quelle: Gebert C: Dysphagie. Schluckstörungen rechtzeitig erkennen und behandeln. Heilberufe/Das Pflegemagazin 2012, 3 (Dossier 2), 1-7.